Hintergrund

Schon heute gehört Tübingen zur internationalen Spitze der Forschung zur Künstlichen Intelligenz. Und mit der Initiative „Cyber Valley“ sollen die lernenden Maschinen der Zukunft jetzt dauerhaft eine Heimat in den Forschungslaboren und Unternehmen unserer Stadt bekommen. Mit Amazon ist dafür auch einer der digitalen Giganten dafür nach Tübingen gekommen.

Unsere Stadt reagiert: Mit Interesse, mit Hoffnung auf Start-Ups und Arbeitsplätze, mit Interesse im Gemeinderat – aber auch mit Misstrauen und Kritik: Droht die Ökonomisierung oder Militarisierung der Forschung? Droht die Entfesselung der Maschinen, kommt der Überwachungskapitalismus? Wie geht Künstliche Intelligenz verantwortlich? Das Bündnis „No Cyber Valley“ ist schon gegründet, die ersten großen Debatten laufen.

Im „Forschungsseminar: Was bedeutet „Cyber Valley“ für die Tübinger Demokratie?“ ab 23. April 2019 im Weltethos-Institut laden wir Studierende, aber auch Forscherinnen und Forscher und vor allem die Bürgerinnen und Bürger Tübingens ein, sich in die Diskussion um Cyber Valley einzuarbeiten – und sich einzumischen. Man muss nicht eingeschrieben sein, um mit zu machen. Sondern nur Interesse mitbringen für zwei Fragen:

  1. Wer redet eigentlich mit wem über was? Wir analysieren das mit einem Stakeholder-Mapping und einer Analyse der Diskurse.
  2. Wer sollte eigentlich mit wem über was reden? Wir erarbeiten eine Agenda für eine Diskussion, die wir der Initiative Cyber Valley und dem Gemeinderat als Empfehlung vorlegen wollen.

Das ist „Wissenschaft als Stadtgespräch“. Es ist, wie so vieles bei Cyber Valley, ein Experiment. Aber eines, das unsere Stadt dialogfähig und klüger im Urteil machen soll: Was wollen wir, was wollen wir nicht? Cyber Valley braucht informierte städtische Kritik und Begleitung. Tübingen braucht Selbstaufklärung. Sie wird in diesem Blog dokumentiert!